Wissen schafft Heilung

Kinderdermatologie

Auch in der Dermatologie gilt: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“ – im Kindesalter manifestieren sich viele Hauterkrankungen anders als im Erwachsenenalter. Sie unterscheiden sich außerdem im Hinblick auf den Verlauf und die Behandlung. Einige Hauterkrankungen kommen ausschließlich im Kindesalter vor.

Bei der Behandlung von Kindern muss stets das Alter und der Entwicklungsstand der Kinder berücksichtigt werden, außerdem ist gerade bei chronischen Erkrankungen der Einfluss der Erkrankung auf die gesamte Familie zu beachten.

Es macht daher Sinn, sich speziell mit den Hauterkrankungen im Kindesalter zu beschäftigen, auch wenn dies in Deutschland keine offizielle Zusatzbezeichnung ist.

Für Patienten

Im Rahmen der kinderdermatologischen Sprechstunde kümmern wir uns vorwiegend um Kinder mit schweren oder seltenen Hauterkrankungen. Die mit Abstand häufigste Hauterkrankung im Kindesalter ist die Neurodermitis (=atopisches Ekzem), wobei viele Kinder nur leicht betroffen sind. Informationen über die Münchner Neurodermitis Schulungen erhalten Sie hier. Bei den Patienten, die schwerer betroffen sind, treten insbesondere im Kleinkindesalter oft Nahrungsmittelallergien auf, die mit allergischen Sofort-Typ-Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie (= allergischer Schock) und/oder einer Ekzemverschlechterung einhergehen. Hier bieten wir eine umfassende Abklärung einschließlich oraler Provokationen unter stationären Bedingungen und eine entsprechende Ernährungsberatung an. Auch die Schuppenflechte (Psoriasis) kommt im Kindesalter vor. Hier ist es zunächst wichtig, die richtige Diagnose zu stellen, eine Gelenkbeteiligung abzuklären und dann gezielt zu therapieren. Autoimmunerkrankungen sind im Kindesalter seltener, bedürfen aber meist einer intensivierten Behandlung und engmaschigen Kontrollen.

Daneben werden Kinder mit genetisch bedingten Hauterkrankungen (z.B. Ichthyose) behandelt.

Bei seltenen Erkrankungen oder ungewöhnlichen Verläufen geht es häufig darum, in einer Spezialsprechstunde die richtige Diagnose zu stellen oder zu bestätigen, wozu gelegentlich auch die Entnahme einer Hautprobe notwendig sein kann. Die Therapie kann für viele Patienten in Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt vor Ort durchgeführt werden. Die Kinder kommen dann nur zu gelegentlichen Kontrolluntersuchungen in die Sprechstunde der Klinik.

Bei Bedarf arbeiten wir mit Spezialisten aus den Kinderkliniken, der Kinderchirurgie sowie der Kinderrheumatologie zusammen.

Ausgewählte Publikationen:

Weins AB, Biedermann T, Eyerich K, Moeckel S, Schnopp C. Erfolgreiche Behandlung eines schweren dyshidrosiformen Ekzems mit Dupilumab bei einem Kind. J Dtsch Dermatol Ges. 2019 Nov;17(11):1165-1167.

Schnopp C, Weins A. Exantheme jenseits von Kinderkrankheiten. MMW Fortschr Med. 2019 May;161(8):36-42.

Chylla R, Schnopp C, Volz T. Basistherapie bei atopischer Dermatitis - Neues und Bewährtes. J Dtsch Dermatol Ges. 2018 Aug;16(8):976-980.

Heratizadeh A, Werfel T, Wollenberg A, Abraham S, Plank-Habibi S, Schnopp C, Sticherling M, Apfelbacher C, Biedermann T, Breuer K, Fell I, Fölster-Holst R, Heine G, Grimm J, Hennighausen L, Kugler C, Reese I, Ring J, Schäkel K, Schmitt J, Seikowski K, von Stebut E, Wagner N, Waßmann-Otto A, Wienke-Graul U, Weisshaar E, Worm M, Gieler U, Kupfer J; Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung für Erwachsene (ARNE) Study Group. Effects of structured patient education in adults with atopic dermatitis: Multicenter randomized controlled trial. J Allergy Clin Immunol. 2017 Sep;140(3):845-853.e3.