Wissen schafft Heilung

Sexuell übertragbare Erkrankungen

Unser Spektrum umfasst Diagnostik und Behandlung folgender Erkrankungen:

 

  • HIV-Infektionen
  • Condylomata acuminata
  • Herpes genitalis
  • Syphillis
  • Gonorrhoe
  • Chlamydien
  • Mykoplasmen

Sexuell übertragbare Erkrankungen, häufig auch als STD (sexually transmitted diseases), STI (sexually transmitted infections) oder Geschlechtskrankheiten bezeichnet, fasst alle Krankheiten zusammen, die in erster Linie durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Ganz allgemein können dabei sexuell übertragbare Erkrankungen von Viren, Bakterien, Pilzen, Protozoen ("Einzeller") und Arthropoden verursacht werden, wobei die Zahl sexuell übertragbarer Erkrankungen in Deutschland seit den letzten Jahren kontinuierlich ansteigt.

Die Diagnose und Therapie sexuell übertragbarer Erkrankungen ist in Deutschland von je her eine Domäne des Dermatologen, dem "Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten", da sich die meisten sexuell übertragbare Erkrankungen klassischerweise an der Haut manifestieren.

Ziel der Spezialsprechstunde sexuell übertragbare Erkrankungen an unserer Klinik ist eine rasche und zielgerichtete Diagnosestellung und Behandlung sowie eine detaillierte Empfehlung für Vorbeugemaßnahmen und die Mitbehandlung des (Sexual-)partners. Auch besteht die Möglichkeit einer umfassenden Beratung inkl. entsprechender Diagnostik nach sexuellem Risikokontakt z.B. mit einer unbekannten Person oder auf Urlaubsreisen.

Auch besteht die Möglichkeit einer umfassenden Beratung inkl. entsprechender Diagnostik und Therapie nach sexuellem Risikokontakt z.B. mit einer unbekannten Person oder auf Urlaubsreisen (sog. Postexpositionsprophylaxe, PEP).

Behandlungsschwerpunkte

HIV-Infektion (kann zum Vollbild AIDS führen)

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für HIV-positive Patienten erheblich verbessert, was zu einem stetigen Anstieg der Lebenserwartung HIV-positiver Menschen führte. Gleichzeitig wurde die Diagnostik und Therapie von HIV-Infektionen sowie bestehender Begleiterkrankungen immer komplexer und somit der Bedarf eines interdisziplinären Behandlungskonzeptes größer.  Um diesen veränderten Anforderungen gerecht zu werden, schlossen sich unsere Klinik und die II. Medizinische Klinik sowie die Klinik für Psychosomatik und das Institut für Virologie am Klinikum rechts der Isar 2013 zusammen und gründeten das Interdisziplinäre HIV-Zentrum am Klinikum rechts der Isar (IZAR). Seitdem werden HIV-positive Patienten erfolgreich in enger Kooperation der genannten Einrichtungen interdisziplinär medizinisch versorgt. Die dermatologische Krankenversorgung im IZAR erfolgt unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Institut für Umweltmedizin (UNIKA-T). Translationale Infektionsforschung wird zusammen mit dem Institut für Umweltmedizin, UNIKA-T (www.unika-t.de) durchgeführt, außerdem werden neueste Therapieoptionen im Rahmen von klinischen Studien weiter entwickelt.

 

Dermatologie am IZAR:

Freitags 8:00 – 14:00 Uhr

Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Dr. Todorova (UNIKA-T)

Dr. Kaliebe, Dr. Zink (Hautklinik):

Terminvereinbarung unter 089/4140.2450

Condylomata acuminata
Auch unter dem Begriff "Feigwarzen" oder "Viruswarzen" bekannte Viruserkrankung verursacht durch Humane Papillomaviren (HPV). Je nach Ausprägung der Erkrankung besteht die Möglichkeit einer lokalen Behandlung mit verschiedenen Medikamenten; in schweren Fällen kann auch eine operative Sanierung erforderlich sein. 

Herpes genitalis
Herpes genitalis bezeichnet eine Infektion durch Herpes-Viren im Genitalbereich. Dabei kann Herpes-simplex-Virus 1 (HSV-1) und Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2) der Auslöser sein, wobei beide Virusspezies je nach klinischem Schweregrad identisch lokal oder systemisch (Tabletten, selten Infusionen) behandelt werden.

Syphilis
Erreger der Syphilis, auch Lues oder harter Schanker genannt, ist das Bakterium Treponema pallidum ssp., das hauptsächlich bei Schleimhautkontakt (sexuell) übertragen wird. Das Erscheinungsbild der Erkrankung ist sehr vielfältig und beginnt typischerweise mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Unbehandelt kann es zu einem chronischen Verlauf gekennzeichnet durch vielfältigen Haut- und Organbefall bis hin zum Befall des zentralen Nervensystems im Endstadium kommen. Adäquat behandelt heilt die Lues immer vollständig ab. Entsprechend wichtig ist bei Verdacht eine detaillierte Diagnostik, die in unserem Speziallabor durchgeführt wird.  

Gonorrhoe (Tripper)
Die Gonorrhoe, umgangssprachlich auch Tripper genannt, ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen weltweit und wird ausgelöst durch die Bakterien Neisseria gonorrhoeae ("Gonokokken"). Neben dem klassischen kulturellen Nachweis von Gonokokken wird bei entsprechend positiver Diagnostik in der Sprechstunde sexuell übertragbare Erkrankungen immer auch ein umfassendes Antibiotika-Resistenzprofil des jeweils nachgewiesenen Gonokokken-Stammes  erstellt, um die bestmögliche Therapie leitliniengerecht sicherzustellen.  

"Chlamydien"
Mit "Chlamydien" im Rahmen von sexuell übertragbaren Erkrankungen ist in der Alltagssprache meist eine Infektion mit Chlamydia trachomatis, Serotyp D-K gemeint, die klassischerweise zu einer Urethritis (Schleimhautentzündung der Harnröhre) und Zervizitis (Gebärmutterhalsentzündung) führt, klinisch jedoch auch symptomlos bleiben kann. Chlamydieninfektionen können mit Hilfe von Abstrichen nachgewiesen werden und sind mit Antibiotika gut behandelbar. 

Mykoplasmen
Mykoplasmen sind Bakterien, die beim Menschen Ursache für zahlreiche Erkrankungen sein können. Sexuell übertragen werden vor allem Mycoplasma genitalium und Ureaplasma urealyticum, deren Infektion sich klinisch als Urethritis zeigt. Auch Mykoplasmen können gut behandelt werden, wenn die entsprechende Diagnostik durchgeführt wurde und zum Nachweis geführt hat.

Seltenere STDs sowie STDs nach Urlaubs-/ Tropenaufenthalten

  • Ulcus molle (verursacht durch Haemophilus ducreyi)
  • Lymphogranuloma venereum (verursacht durch Chlamydia trachomatis, Serovar L1-3)
  • Granuloma inguinale (verursacht durch Klebsiella granulomatis)